Wie ein Computer funktioniert, wie man eine Mail schreibt oder über die Suchmaschine Google nach Inhalten sucht, das wissen viele Seniorinnen und Senioren bereits. Viele haben mit den technischen Neuerungen und modernen Standards keine größeren Probleme mehr. Wie steht es aber mit der Sicherheit im Netz? Wo kann ich meine Daten angeben und auf welchen Websites ist es sicher, Produkte zu kaufen? Was passiert dann eigentlich mit meinen Daten?

Um diese Fragen zu klären und so für den sicheren Umgang im Netz zu sorgen hatte eine Gruppe Studierender der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) mit Unterstützung der Professoren Thomas Petzold und Ingo Knuth am 13. Dezember 2016 die Veranstaltung „Schritt für Schritt – gemeinsam durch’s Netz“ ins Leben gerufen.

Anmelden konnten sich alle Interessenten und dabei vor allem interessierte Seniorinnen und Senioren, die bei der Veranstaltung „Tandems“ mit Studierenden der HMKW bildeten. Das bedeutete, dass die Studierenden ganz individuell auf Fragen zum Thema Sicherheit im Netz eingehen konnten. Dabei arbeiteten die Tandems an den privaten Computern und Handys der Besucherinnen und Besucher, oder auch auf hochschuleigenen Geräten und gingen „Schritt für Schritt – gemeinsam durch’s Netz“.

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Naot Solomon im Tandem mit einem Besucher der Veranstaltung

Vorbild für den Abend war das „Age Engage“-Projekt, welches Google schon vor einigen Jahren zum Leben erweckt hatte. Der Funke dieser Idee sprang bei den Studierenden der HMKW direkt über. „Wir sind einfach ‚Digital Natives‘, wie man so schön sagt – wir sind mit PC und Handy und vor allem mit dem Internet groß geworden und kennen uns damit aus. So können wir gut abschätzen, welche Websites sicher sind und wo man seine Daten ohne Bedenken angeben kann“, sagt Kai Meier, Student der HMKW und Mitorganisator der Veranstaltung.

Bei leichter Musik, sowie Kaffee, Kuchen und Keksen begann der Abend mit einem Vortrag zum Thema Datenschutz, gehalten von Katharina Wiatr, der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit. Anschließend konnten die ersten Fragen gestellt werden. Ganz im Sinne der Veranstaltung nahm einer der Teilnehmer sogar per Skype, also per Videotelefonie, an der Veranstaltung teil und zeigte, dass er die Technik ohne Probleme beherrscht, dass es ihm aber darüber hinaus auch um die Frage der Sicherheit im Internet geht. Besonders Seniorinnen und Senioren können dann einige bisher noch unbekannte Vorteile nutzen – gerade in Berlin. So lassen sich beispielsweise Einkäufe online bestellen und bis vor die Haustür liefern oder Bekannte, die man lange nicht gesehen hat per Internet- oder Videotelefonie anrufen.

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Auch die Möglichkeiten des Smartphones waren Gegenstand in den Tandems

Schritt für Schritt – gemeinsam durch’s Netz“ war ein sehr erfolgreicher erster Abend einer geplanten Reihe. Das bestätigt auch Guido Steinke, der die Veranstaltung als Fachreferent der Verbraucher Initiative e. V. mit organisiert hatte: „Das Ziel ist komplett erreicht worden. Wir wollten, dass sich die Menschen über Internetthemen austauschen und hier saßen die Leute gemeinsam am Tisch und haben sich über Vor- und Nachteile von E-Mail und Facebook ausgetauscht. Gleichzeitig gab es mit der Keynote zum Datenschutz einen besonderen Lerneffekt.“

Aufgrund dieses großen Erfolges wird das Projekt fortgeführt werden. Dann vielleicht mit einem anderen Thema, aber immer wird der wichtigste Gedanke dabei sein, dass junge Leute aus ihrem Erfahrungsschatz schöpfen können, um älteren Menschen mit viel Freude zu helfen. Das ist auch ein wertvoller Gedanke für den Weddinger Kiez, in dem sich die HMKW befindet: Das gemeinsame Miteinander.

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