Am 7. November 2016 fand an der HMKW Berlin das erste wissenschaftliche Kolloquium statt. Lorenz Grünewald, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Wirtschaft, stellte dem Kollegium sein Promotionsprojekt zur „(Un)Bedeutung der Marke: Gebrandete Musikkultur“ vor.

In seiner Arbeit untersucht Lorenz Grünewald Schnittstellen zwischen Musikproduktion, Fans und Marken. Dabei fragt er, wie sich die Konvergenz von Marken und Musikkultur erklären und verstehen lässt. Mit ethnographischer Methodologie erforscht er Fallstudien wie das Musikmarketing der Telekom, Absolut Vodka, Seat oder Red Bull, die weltweit eigene Tonstudios betreiben. In seiner Feldforschung besucht Grünewald Events in ganz Deutschland und befragt BesucherInnen, MusikerInnen und BrandmanagerInnen gleichermaßen zu ihren Erfahrungen.

Gibt es Unterschiede im Markenbewusstsein der Fans verschiedener Musikrichtungen oder Altersgruppen? Warum treten MusikerInnen oft unentgeltlich auf gesponserten Events auf oder beziehen ein sogenanntes „Schmerzensgeld“? Was bedeutet die Zusammenarbeit mit Marken für MusikerInnen, die ihr kulturelles Kapital dafür einbringen, mit Marken neue Möglichkeiten zu erproben, um Musik zu produzieren und zu verteilen? Diese Ambivalenz interessiert Lorenz Grünewald.

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Dabei stellt Grünewald vor allem die zentrale Bedeutung neuer Medien und der mit ihnen verbundenen Praktiken heraus, die sowohl für Marken als auch für MusikerInnen neue strukturelle Voraussetzungen sind, um die herum sie ihre Aktivitäten gestalten müssen.

Nach dem Vortrag fand eine rege Diskussion unter KollegInnen verschiedener Fachbereiche statt. Im angeregten wissenschaftlichen Austausch wurden auch unterschiedliche Forschungsansätze und Ziele der Arbeit diskutiert.

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