Musikstreaming-Dienste scheinen ein zentraler Bestandteil des Wettbewerbs um Mediennutzer zu sein. Nach der erfolgreichen Entwicklung de 2008 an den Markt gegangenen schwedischen Startups Spotify haben viele Internet- und Medienunternehmen eigene Streaming-Dienste etabliert,darunter Google All Access, Amazon Prime Music sowie Apple mit der Übernahme von Beats Music. Mit der Diffusion dieser neuen Form der Musiknutzung wandeln sich auch die sozialen Praktiken im Umgang mit Musik. Dieser Beitrag rekonstruiert das am Beispiel von Spotify und be-schreibt so ausschnitthaft den medienkulturellen Wandel, im Zuge dessen immer mehr Mediennutzer aktiv mit Medien und damit mit Sinn und Orientierung umgehen. Anhand der Ergebnisse einer qualitativen Studie zu Praktiken von Spotify-Intensivnutzern verdeutlichen wir, wie Spotify durch ‚soziale‘ Funktionalitäten und die ‚Befreiung‘ von Medieninhalten seine Nutzer dazu befähigt, soziale und kulturelle Orientierungen und Beziehungen herzustellen und zu organisieren. Wir konzeptualisieren Spotify als Produktionsmittel für Kultur (vgl. Williams 1977; Winter 2013), das es seinen Nutzern erlaubt, Herausforderungen im Umgang mit Identität und Orientierung freier und produktiver zu gestalten. Dieses Verständnis er-möglicht es schließlich, allgemein Potenziale und Herausforderungen für das strategische Management von Medienunternehmen herauszuarbeiten.

Link: Haupt, J., & Grünewald, L. (2014). Vom Produkt zum Produktionsmittel : was Medienunternehmen von Spotify lernen können. In H. Rau (Ed.), Digitale Dämmerung : die Entmaterialisierung der Medienwirtschaft. Nomos.

Advertisements